Unverträglichkeit von Potenzmitteln

Nennen wir ihn Fred. Fred hat ein Problem. Seit einiger Zeit stellt er immer häufiger fest, dass es im Bett nicht mehr so klappt, wie er es gerne hätte. Immer öfter lässt ihn sein bestes Stück im Stich oder versagt sogar ganz den Dienst noch ehe es richtig zur Sache geht. Woran das liegt, weiß Fred nicht, er weiß nur, dass er ganz schnell Hilfe braucht. Ein alter Freund von Fred verspricht die Rettung und bringt ihm beim nächsten Pokerabend ein kleines Döschen mit.

Darin befinden sich ein paar bunte Pillen, die sein Sexleben wieder in Schwung bringen sollen. Fred ist überglücklich so schnell und zudem auch noch so günstig ein Heilmittel gefunden zu haben und probiert die Pillen schon am nächsten Abend aus. Doch gerade, als es richtig zur Sache gehen soll, merkt er ein ungewöhnliches Ziehen und Stechen in der Nähe seines Herzens. Die Schmerzen werden schlimmer und Fred kann kaum mehr atmen. Seine Freundin ruft den Rettungsdienst und Fred kommt so schnell es geht ins Krankenhaus. Die Diagnose samt Ursache ist schnell gefunden. Das Mittel, welches Fred vor wenigen Stunden eingenommen hat, hat sich direkt auf seinen Kreislauf ausgewirkt. Sein Herz wurde nicht mehr richtig mit Blut und Sauerstoff versorgt, es geriet ins Stocken. Doch was genau ist hier schief gelaufen?

Das Wunder der Potenzmittel

Als Viagra vor über 15 Jahren die Welt und unzählige Männerherzen im Sturm erobert hat, konnten viele Paare gehörig aufatmen. Selbst eine jahrelang anhaltende Impotenz, in Fachkreisen erektile Dysfunktion genannt, konnte mit der Kraft aus der blauen Pille behoben werden. Neben Viagra gibt es noch eine ganze Reihe anderer Medikamente mit einer ähnlichen Wirkweise. Zu nennen wären Levitra, Cialis oder Spedra. Sie alle haben eines gemeinsam, sie basieren auf einem Wirkstoff aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer. Die Wirkstoffe nennen sich Sildenafil, Vardenafil und Tadalafil und tun im Grunde alle dasselbe. Sie sorgen für eine bessere Durchblutung im Penis des Mannes indem sie die Blutgefäße erweitern und sie unterstützen den Körper dabei, ein für den Sex wichtiges Hormon auszuschütten, welches bei einer erektilen Dysfunktion gehemmt wird. Somit sind die betroffenen Männer schon nach kurzer Zeit wieder in der Lage, eine Erektion aufzubauen und diese bis zum Orgasmus zu halten. Zudem profitieren auch diejenigen von den Präparaten, die unter einem vorzeitigen Samenerguss zu leiden haben. Die PDE-5-Hemmer bewirken eine deutlich erhöhte Ausdauerfähigkeit der Patienten.

Lug und Betrug

Die Wirksamkeit der Präparate ist erwiesen, zahlreiche Studien und Tests, die in den letzten 15 Jahren an zehntausenden Männern vorgenommen wurden, beweisen es. Über drei Viertel aller betroffenen Testpersonen berichten von der positiven Wirkung der Präparate. Dass es sich dabei um ein Milliardengeschäft handelt, muss wohl kaum erwähnt werden. Doch da, wo viel Geld ist, sind auch die Betrüger niemals weit. Schon kurz nach der Markteinführung von Viagra tauchten die ersten Fälschungen auf. Sie gaben sich ähnliche Namen wie das Original aus dem Hause Pfizer und wurden zumeist über das Internet beworben und verkauft. Viele dieser Fälschungen werden zu einem wesentlich günstigeren Preis angeboten. Doch diese vermeintliche Verlockung sollte eher mit Skepsis beäugt werden. Eine Fälschung stellt immer ein Risiko für den menschlichen Organismus dar. Fred weiß nicht, woher die Tabletten seines Freundes stammen. Er kennt weder die Zusammensetzung, noch den Hersteller und hat schlicht auf das Wort des Freundes vertraut. Im günstigsten Fall hätte Fred eine komplett wirkungslose Zuckerpille erhalten, im schlimmsten Fall jedoch hätten die zweifelhaften Komponenten des Präparates auch sein Leben kosten können.

Medikament bleibt Medikament

Nicht immer geht eine Unverträglichkeit direkt mit einer Fälschung einher. Vielleicht wollte Freds Freund ihm tatsächlich etwas Gutes tun und hat ihm ein Originalprodukt überlassen. Doch auch in diesem Fall können ohne ärztliche Beratung schwerwiegende Folgen auftreten. Laut der Testauswertungen der Pharmaunternehmen besitzen Potenzmittel kaum nennenswerte Nebenwirkungen. Nur ein geringer Prozentsatz der Probanden konnte überhaupt irgendwelche Nebenwirkungen angeben – und dennoch sind sie da. Fred konnte nicht wissen, ob er nicht ausgerechnet zu diesem kleinen Prozentsatz der Männer gehört, die negativ auf das Medikament reagieren. Hinzu kommt, dass Potenzmittel nicht mit anderen Medikamenten kombiniert werden sollen. Vor allem nitrithaltige Substanzen oder HIV-Protease-Hemmer können in Verbindung mit den Wirkstoffen der Potenzmittel sehr schadhaft auf den menschlichen Körper einwirken.

Ein gesunder Körper

Fred selbst hält sich für körperlich fit und kräftig. Nie hatte unter irgendwelchen körperlichen Beschwerden zu leiden. Deshalb sah er auch kein Problem darin, das Potenzmittel zu probieren. Fakt jedoch ist, dass Viagra und Co. nicht für jeden geeignet sind. Auch vermeintlich gesunde Männer können einen zu hohen Blutdruck oder bisher unentdeckte Herz-Kreislauf-Störungen haben, die die Einnahme von Potenzmitteln ausschließen.

Schadhafte Experimentierfreude

Selbst wenn Fred ein Originalprodukt erhalten hat, er keine weiteren Medikamente einnimmt und auch sonst an keinen körperlichen Beschwerden leidet, kann ihm sein naives Verhalten gegenüber den Pillen in der Dose auf die Füße gefallen sein. Fred wusste nicht, wie viele der Tabletten er nehmen muss, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Reicht eine einzige oder doch besser gleich zwei? Sollte er es für den Anfang mit nur einer Halben probieren? Und was ist, wenn sich nach zwei Stunden immer noch nichts tut? Dann doch lieber noch eine mehr? Eigenständiges Experimentieren ist bei Medikamenten nie angebracht. Schon ein wenig zu viel kann sich drastisch auf den Körper auswirken. Im schlimmsten Fall hätte eine sehr schmerzhafte Dauererektion eintreten können, die sich sogar bleibend auf den vorher gesunden Penis hätte auswirken können.

Der bessere Weg

Ganz ohne Zweifel, Fred hätte zum Arzt gehen sollen. Eine erektile Dysfunktion ist keine Seltenheit. Beinahe jeder Mann hat irgendwann in seinem Leben einmal damit zu tun, das ist nichts Ungewöhnliches. Ein Arzt kann genau feststellen, welche Ursachen der Erektionsstörung zugrunde liegen und er kann auch besser beurteilen, ob der Einsatz von Potenzmitteln überhaupt nötig ist. In der Tat verschreiben Ärzte heutzutage sehr gerne Viagra und Co. Diese haben sich im Einsatz gegen die genannten Probleme schlichtweg bewährt. Bevor sie jedoch zum Einsatz kommen, untersucht der Arzt den Patienten auf seine Vitalfunktionen und klärt ab, ob irgendetwas gegen die Einnahme spricht. Zuletzt legt ein Arzt auch die Dosierung des ausgewählten Medikamentes fest. Somit können Überdosierungen von Beginn an ausgeschlossen werden. Mit den Beschwerden, die Fred über einen längeren Zeitraum beobachten konnte, hätte er sehr wahrscheinlich ein Potenzmittel bekommen. Das Rezept dafür lässt sich ohne weiteres in jeder Apotheke einlösen. Da Fred jedoch von Haus aus etwas schüchtern ist, wäre ihm sogar der anonyme Weg über das Internet offen gewesen. Über eine seriöse Online-Apotheke hätte er ebenfalls sein Rezept schnell und ganz diskret einlösen können und statt einem langen und kostenintensiven Krankenhausaufenthalt, hätte er ohne zu zögern und guten Gewissens ein paar Wonnestunden mit seiner Liebsten verbringen können.