Krebsrisiko – wo sind Sie am sichersten?

Das Krebsrisiko in Deutschland ist nicht überall gleich groß. Einige Experten behaupten, es sei davon abhängig, wo in Deutschland man ansässig ist. Um abzubilden, welche Gebiete am stärksten belastet sind, gibt es den GEKID-Atlas, der kennzeichnet, wo die meisten Menschen an Krebs erkranken und an dessen Folgen sterben. Jedes Jahr erkranken geschätzte 500.000 Menschen neu an einer der vielen Krebsarten und fast 50 Prozent davon sterben auch an den Folgen. Die Zahl der Neu-erkrankten steigt ein wenig und sollte laut Prognosen bis zu dem Jahr 2050 um fast 50 Prozent steigen.

Doch die Raten der Neuerkrankungen sind je nach Bundesland zum Teil grundverschieden. Gewisse Gebiete weisen bestimmte Krebsarten in einer viel höheren Anzahl auf, wie die anderen. Dabei kann das vor allem an den Angeboten zur Früherkennung liegen, aber auch Sozioökonomie und Ernährung sind dabei nicht zu vernachlässigen.

Ostdeutschland – der sicherste Ort gegen Brustkrebs?

Beim Brustkrebs überraschen die höhen Unterschiede zwischen den Ost- und Westdeutschen. Die neuen Bundesländer sind dabei von 20 bis 30 Prozent niedriger, was die Erkrankungs- und Sterberate betrifft. Doch wie ist das zu erklären? Eine der Erklärungen könnte die Tatsache sein, dass in der ehemaligen DDR die Frauen nicht so spät Mütter geworden sind, sie haben lange gestillt und nahmen weniger Hormone ein, als im Westen. Die Schutzfaktoren waren im Osten einfach großzügiger gelegt, was sich immer noch deutlich zeigt. Auch gibt es weniger Brustkrebs im Süden, als im Nordwesten des Landes die Erkrankungsraten sind aber insgesamt seit dem Jahr 2009 angestiegen, was daran liegen könnte, dass es in ganz Deutschland die Möglichkeit des Mammographie-Screenings gibt. Mit Hilfe der Mammographie können viel mehr Krebsfälle entdeckt werden und zum Teil in einem viel früheren Stadium, als das in den Jahren zuvor der Fall war. So wie beim Brustkrebs, waren die Raten auch beim Prostatakrebs in verschiedenen Bundesländern komplett verschieden. Die Tendenz zeigt eine höhere Rate im Norden, vor allem im Mecklenburg-Vorpommern, in Niedersachsen und in Sachsen. Der Grund dafür könnte der PSA Test zur Früherkennung sein, der nicht auf allen Gebieten gleich stark angewendet wird. Doch trotzdem fällt es auf, dass die südlichen Bundesländer seltener an Prostatakrebs sterben, als deren nördlichen Mitbürger.

Lungenkrebsmetropolen Großstädte und Meer als Schutz vor Schilddrüsenkrebs

Bei dem Lungenkrebs ist das Bild komplett anders – da ist ein deutliches Gefälle zwischen dem Land und der Stadt zu beobachten. Am gefährlichsten sind dabei die Städte Hamburg, Bremen und Berlin. Es könnte den urbanisierten Lebensbedingungen zu verdanken sein, doch vor allem hat es damit zu tun, dass die Menschen vor 30, 40 Jahren angefangen haben, intensiv und oft zu rauchen – und der Krebs ist bei der Auswirkung der Symptome nicht der schnellste. Lungenkrebs ist heutzutage auf Platz drei der Tumorerkrankungen, und das bei Männern und Frauen. Für die männliche Population ist es sogar die häufigste Krebstodesursache. Auch bei den Frauen ist der Anstieg der Zahlen zu erwarten – Lungenkrebs könnte sogar den Brustkrebs auf der Spitze ablösen. Hautkrebserkrankungen sind auch am expandieren – seit den 70ern haben sich diese Fälle vervierfacht – die Ursache jedoch kann die Einführung des Screenings gibt, durch welches viel mehr Fälle aufgedeckt werden konnten. Der Schilddrüsenkrebs ist eine Krebsart, die im Süden des Landes häufiger auftritt, als im Norden, was am Meer liegen könnte. Das sind generell die Regionen, wo die Erkrankungen geringer sind, vor allem durch die hohe Jodierung (Meereswasser). Es besteht eine Verbindung zwischen dem Jodmangel und der Erkrankung am Schilddrüsenkrebs. Die Krebsart, die als eine der wenigen sinkt, ist Magenkrebs, was vor allem davon kommen könnte, dass die Menschen seitdem es Kühlschränke gibt nicht mehr so viel pökeln und salzen müssen – das sind nämlich beides gefährliche Konservierungsmethoden, was das Risiko für Magenkrebs betrifft. Im Osten Deutschlands ist Magenkrebs öfter vorhanden, als im restlichen Deutschland. Thüringen Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern stehen ganz hoch auf den Rängen. Vielleicht ist es dadurch, dass die Ärzte im Westen eher angefangen haben, Helicobacter pylori, eine Magenbakterie, die den Krebs begünstigt, medikamentös zu behandeln. Im Krebsatlas ist zu sehen, dass bestimmte Lebensgewohnheiten, wie zu viel Rauch und Alkohol, das Krebsrisiko steigen lassen. Die äußeren Einflüsse lassen sich nicht so einfach nachweisen, wie die inneren. Wenn ein kleines Dorf unter die Lupe genommen wird, kann es vorkommen, dass genetisch bedingte Fälle schon als Krebscluster betrachtet werden.