Winterzeit = Depressionszeit?

Der Winter ist da

Schauen wir um diese Jahreszeit nach draußen, kommen wir nicht umhin, eine gewisse Kargheit festzustellen. War es nicht vor wenigen Wochen noch hell um diese Uhrzeit?

Schenkte uns der Herbst mit seinen Laubbäumen nicht gerade noch malerische Landschaften? Nun ist es dunkel, kalt, grau und trüb und mit dem Wetter unheilvoll verbunden, schlägt auch unsere Gemütslage um. Dies ist für den Durchschnittsbürger normal, hält ein paar Tage an und vergeht dann wieder wie von selbst. Doch bei etwa 9% der deutschen Bevölkerung, überwiegend bei Frauen um die 30, hält sich die gedrückte Gemütslage den gesamten Winter über bis zum Frühjahr. Hierbei handelt es sich um eine besondere Art der Depression, die so genannte Winterdepression.

Die Symptome

Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört in unserem Freundes- und Bekanntenkreis oder ihn gar schon selbst verwendet und hören und sagen wir ihn im Winter nicht überproportional oft? Dieser Satz, der dazu benutzt wird, Freunden abzusagen und allein daheim zu bleiben, kann, ist er auffällig oft zu hören, zu dieser Jahreszeit ein Anzeichen einer Winterdepression sein. Die Winter-Depression hat nichts mit den ansonsten für Depressionen üblichen Schwierigkeiten des Alltags und dessen Stressfaktoren zu tun, sondern stellt ein eigenständiges psychisches Leiden dar, welches durch sein regelmäßiges jahreszeitabhängiges Auftreten gekennzeichnet ist. Das typische Krankheitsbild weicht hierbei von der noch als normal einzustufenden, bei allen Menschen hin und wieder auftretenden Schwermut ab und setzt sich zusammen aus andauernder unüberwindbarer Freudlosigkeit, Geringschätzung des Selbstwertgefühls, Hilflosigkeit, Ratlosigkeit, Antriebslosigkeit, mitunter grippeähnlichen Schwächephasen, verstärkter emotionaler Empfindlichkeit bis hin zur Aggressivität. Auch physisch- reale Auswirkungen stellen sich nicht selten ein. Dazu gehören Schlafstörungen, Gewichtsverlust infolge Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder Herzrasen. In extremen Fällen kann eine Winterdepression zur Selbstmordgefahr führen.

Was kann man tun?

Typisch für eine Winterdepression ist, dass sie mit Beginn des Frühlings vergeht. Es wäre somit einfach zu sagen, dass die kalte Jahreszeit einfach nur überdauert werden müsse, da sich im Frühjahr alles von alleine zum besseren wenden werde. Bedauerlicherweise ist es jedoch so, dass Betroffene oftmals jedes Jahr aufs Neue unter der Winterdepression leiden.

Daher stellt sich die Frage, wie Betroffene dieser jahreszeitabhängigen Gemütslage entgegentreten können. Erwiesenermaßen ist die Hauptursache einer Winterdepression der Mangel an Licht, dessen im Winter zuhauf besteht. Licht ist ein unverzichtbarer Teil des menschlichen Lebens. Es bewirkt, dass wir wach werden, gibt uns Energie um kraftvoll und gutgelaunt durch den Tag zu kommen. Je weniger Licht, desto leichter ist der Mensch anfällig für gedrückte Gemütslagen bis hin zur Depression. Umso einfacher stellt sich aber auch die Lösung des Problems dar. Um der Winterdepression entgegenzutreten, wird schlicht und einfach Licht benötigt. Die sicherlich angenehmste Möglichkeit auch in den dunklen Wintermonaten ausreichend Licht zu tanken, wird zweifelsohne in einem ausgedehnten Sonnenurlaub liegen. Doch kann sich nicht jeder Bürger einen solchen ausschweifenden Urlaub leisten, sei es aus finanziellen Gründen oder anderweitigen Verpflichtungen. Daher muss den Betroffenen auch im Inland zu helfen sein.

Die wohl einfachste und Therapiemöglichkeit ohne Nebenwirkungen stellt hierbei die Lichttherapie dar, welche allgemein als Behandlungsmethode gegen Winterdepressionen anerkannt ist.

Lichttherapie

Bei der Lichttherapie werden Betroffene eine halbe Stunde täglich mit Licht in einer Intensität von 10.000 Lux (in etwa der Lichteinfall im Schatten an einem Sommertag) bestrahlt, welches natürlich ohne schädliche UV-Strahlung auskommt. Wird die Bestrahlung mit geringerer Intensität durchgeführt, verlängert sich jedoch auch die Behandlungsdauer, was vereinzelt zu Übelkeit, Augenreizung und Kopfschmerzen als Nebenwirkung führen kann. Betroffene mit Symptomen einer Winterdepression sprechen oft schon in einem Zeitraum von zwei bis vier Tagen auf die Behandlung an und innerhalb von ein bis zwei Wochen stellt sich eine Verbesserung der Beschwerden ein. Das Erzielen positiver Ergebnisse in einem kurzen Zeitraum sollte aber nicht dazu führen, dass die Therapie bei Anzeichen einer Besserung abgebrochen wird, da eine hohe Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls gegeben ist. Die Lichttherapie sollte daher vorzugsweise bis zum Frühjahrsbeginn regelmäßig weitergeführt werden. Es ist hierbei nicht unbedingt notwendig, für die Lichttherapie einen Arzt aufzusuchen. Entsprechende Geräte sind auch zur eigenen Nutzung für Daheim käuflich zu erwerben. Vor der Anschaffung einen Facharzt zur Diagnose und der Erstellung eines Therapiekonzepts aufzusuchen ist allerdings vor einer Eigenbehandlung unbedingt zu empfehlen.