Finnisches Kulturgut erhält Einzug in Deutsche Sport- und Wellnesslandschaft

Die Finnen machen vor, was die Deutschen mit Begeisterung nachmachen. Als Saunen oder auch Saunieren wird hierzulande der Besuch einer Sauna bezeichnet. Längst schon scheint es so, als wäre der Besuch im Schwimmbad oder Sportcenter nicht mehr ohne einen abklingenden Saunaaufenthalt denkbar. Ganze Saunalandschaften werden aufgezogen und Einrichtungen werben mit Erholung und Entspannung. Doch was sich hierzulande erst seit ein paar Jahren durchsetzt, ist bei den Finnen schon seit Jahrhunderten Kulturbestandteil.

Kinder werden in der Sauna geboren

Wenn in Finnland ein Haus gebaut wird, entsteht zuerst die Sauna. Der Rest des Hauses wird drum herum gebaut. Es ist der sauberste und sterilste Raum in einem Finnischen Haus, was dazu führte, dass auch die Kinder dort geboren wurden. Sogar einen eigenen Feiertag hat die Sauna. Der zweite Samstag im Monat Juni wird gebührend gefeiert. Doch was geschieht eigentlich in diesem Raum?

85 Grad heißer Wasserdampf

Inmitten eines geschlossenen und meist mit Holz bekleideten Raumes befinden sich heiße Ofensteine. Diese werden immer wieder mit Wasser übergossen. Der so entstehende Wasserdampf erfüllt den Raum und so kann es innerhalb einer Sauna schon mal 85 bis 100 Grad warm werden. Auf Holzbänken, die sich in unterschiedlicher Höhe befinden, kann man nun das tun, was dem Einen oder Anderen manchmal peinlich ist: Schwitzen. Wie lange man sitzt oder liegt, bleibt jedem selbst überlassen. In der Regel geht man mehrfach für eine kurze Zeit hinein, kühlt den Körper danach mit einem Sprung ins kalte Wasser oder einer wachrüttelnden Dusche ab und ruht sich danach für mindestens die gleiche Zeitspanne aus. Ein Saunabesuch kann somit durchaus ein Tagesereignis werden.

Positive Auswirkungen auf den Körper

Neben dem ganz eigenen Gefühl von Entspannung, kann so ein Saunabesuch noch weitere positive Auswirkungen auf Körper und Seele haben. Ähnlich einem Fieber können durch das bewusste Erhöhen der Körpertemperatur Krankheitserreger unschädlich gemacht werden. Das Erweitern und anschließende Zusammenziehen der Gefäße sorgt für frische Haut und hält den Kreislauf auf Trab. Dies wiederum unterstützt den Blutdruck und den Stoffwechsel. Saunieren stärkt und schützt also den gesamten Körper – wenn man es regelmäßig tut.

Doch Vorsicht: Wer bereits krank ist, sollte tunlichst den Besuch einer Sauna vermeiden.

Der ohnehin schon geschwächte Körper erfährt eine Doppelbelastung. Des Weiteren kann man seine Mitmenschen anstecken. Denn Saunen geschieht keinesfalls alleine im Dunkeln.

Geselligkeit bei heißer Luft

Wer nun denkt, einem jeden Saunagänger stünde eine eigene Sauna zu, der irrt. Denn die Sauna steht auch für Beisammensein, Geselligkeit und Kommunikation.

In der Regel saunieren Männer und Frauen getrennt voneinander. Es bestehen aber auch sogenannte Familiensaunen, wo alle zusammenkommen. Denn vom Kleinkind bis hin zum Senioren ist die Sauna für jeden geeignet. Auf die Intensität kommt es an.

Tasche packen und los

Wenn Ihnen nun der Sinn nach Erholung, Entspannung und Abwechslung gekommen ist, zögern Sie nicht. Schnappen Sie sich eine Freundin oder einen Freund und suchen Sie sich eine Sauna in Ihrer Nähe. Mitnehmen sollten Sie in jedem Fall ausreichend Wasser und mehrere Handtücher. Doch dann kann es auch schon losgehen.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie bedenkenlos saunieren können, sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt und äußern Sie Ihre Bedenken. Denn Sauna soll vor allem ein Gewinn sein: Ein Gewinn von Vitalität, Lebensfreude und Entspannung.