Eine neue Körperwahrnehmung durch Tanztherapie

In Zeiten der Krisen oder Krankheiten kann eine Therapie sehr hilfreich sein. Nicht immer muss es eine Gesprächs- oder Psychotherapie sein. Die Tanztherapie ist eine herrliche Alternative, wenn es darum geht, dynamische Körperbewegungen auszuführen und den körperlichen Ausdruck zu schulen.

Besonders in Reha-Programmen, aber auch in ambulanter Form, wird die Tanztherapie eingesetzt, damit Patienten wieder Bezug zu ihrem Körper bekommen. Die Bewegungen und Aktionen während des Tanzens können Gefühle ausdrücken. Manche Teilnehmer stampfen laut mit den Füßen oder wirbelnd die Arme herum, die Hüften schwingen ausladend oder das Haar wird durch die Luft gewirbelt. Es ist befreiend, Gefühlen mit Hilfe des Körpers auszudrücken. Diese Therapie hat sich ganz besonders bei Frauen bewährt, die sich einer Operation nach einer Brustkrebserkrankung unterziehen mussten. Die bekommen durch den Tanz und die intensiven Gefühle ein Gefühl für ihren Körper, der sich durch den Eingriff verändert hat. Betroffene Frauen empfinden eine Brustoperation teilweise als Weiblichkeitsverlust. Durch das Tanzen fühlen sie ihren Körper und entdecken, dass sie auch nach der OP noch weiblich und sinnlich sein können.

Bessere Körperwahrnehmung

Sehr gut ist, dass bei der Tanztherapie Dinge zum Ausdruck gebracht werden, die in manchen Fällen niemals ausgesprochen werden würden. Patienten werden durch die Therapeutin sanft geleitet. Sie lernen, ihren Körper intensiver wahrzunehmen. Es wird geübt, bewusst auf die Atmung zu achten, zum Beispiel frei auszuatmen. Wenn jemand Angst hat, wird die Atmung beeinflusst. Man atmet nicht weiter oder falsch. Durch die Anspannung wieder wiederum die Konzentration und die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.

Verschiedene Wahrnehmungen werden geübt. So sollen Patienten erfahren, wie es ist, wenn sie die Arme fest um ihren Körper schlingen oder sehr weit ausholen. Stehen zwei Personen nebeneinander und führen die gleiche Bewegung aus, so wird diese, abhängig von der Stimmung der Person, doch ganz anders empfunden. Ein gutes Beispiel ist es, wenn man sich vorstellt, jemand wird in eine Stoffbahn gewickelt. Während sich die einen beschützt und geborgen fühlen, empfinden andere dies als Bedrohung und Enge. Die Symbole, die in der Tanztherapie ausgedrückt werden, können im weiteren Verlauf auf das Leben und den Alltag übertragen werden. Patienten können durch die Tanztherapie aus Stresssituationen entkommen.

Mit alten Verhaltensmustern brechen

Viele Menschen können Gefühle, die sich nicht schön anfühlen, wie Angst oder Wut, nicht mit Worten zum Ausdruck bringen. Das Tanzen kann für diese Personen sehr befreiend wirken. Das feste Stampfen mit den Füßen oder den Kopf herumzuwirbelnd, wirkt befreiend und löst emotionale Blockaden. Der Körper wird durch die Person sehr intensiv wahrgenommen. Die unliebsamen Gefühle werden durch manch Verhaltensmuster intensiviert. Wenn jemand zum Beispiel die Schultern hängen lässt, unterstreicht er das traurige Gefühl noch. Therapeuten raten, dieses Verhalten bewusst zu ändern und zu versuchen, durch den Tanz Erleichterung zu finden. Durch Gespräche mit dem Therapeuten können Patienten in Worte fassen, was sie während des Tanzens empfunden haben und welche Eindrücke sie in ihr alltägliches Leben übernehmen möchten. Jeder Mensch muss seine individuelle Quelle der Kraft finden und nutzen.

Die Anwendungsgebiete der Tanztherapie

Die Tanztherapie kann als Präventionsmaßnahme eingesetzt werden. Durch die stressabbauende Wirkung kann der Alltag besser gemeistert werden. So ist wirkungsvoller Schutz vor Burnout und Erschöpfungszuständen gegeben. In Krisensituationen kann die Tanztherapie helfen, einen neuen Blickwinkel auf die Probleme zu bekommen. Der Grund, warum diese Therapieform recht gern eingesetzt ist, ist die Vielseitigkeit. Neben Krebspatienten, sind auch in psychosomatischen Kliniken sehr gute Erfolge zu verzeichnen. Es könne Angststörungen, Essstörungen, Depressionen, Burnout und Schmerzpatienten therapiert werden.

Die Tanztherapie soll dabei helfen, früher zu erkennen, wenn der Stress oder die Belastung Überhand nehmen. Patienten müssen weder tanzen können, noch eine besondere Tanzbegabung zeigen. Frauen genießen diese Therapieform ganz besonders. Dadurch, dass sich die Patienten so wohl fühlen, wachsen das Selbstwertgefühl und das Wohlbefinden.

Dier Tanztherapie hilft dabei, den Körper wieder als angenehm zu empfinden und diese schönen Gefühle zu genießen.

Informationen zur Tanztherapie

In Kliniken und bei Reha-Aufenthalten wird die Therapie durch die Krankenkasse übernommen, ansonsten nicht. Die entstehenden Kosten sind recht unterschiedlich. Wird die Therapie in der Gruppe durchgeführt, sind die Kosten geringer. Weitere Informationen zur Tanztherapie sind im Internet zu finden.